Besonders ist der Einsatz von vier 40 Meter hohen Flügelsegeln, die bei Bedarf eingefahren werden können. | © Stena Line
Ein zentraler Baustein dieser Strategie ist die Entwicklung neuer, energieeffizienter Schiffe. Mit der Stena Futuro präsentiert das Unternehmen ein innovatives Konzept für eine neue Generation von RoRo-Schiffen, die den Energieverbrauch durch optimiertes Design und fortschrittliche Technologie um 20 Prozent oder mehr senken.
Optimiertes Design für maximale Effizienz
Die Stena Futuro ist ein 240 Meter langes RoRo-Schiff, das speziell für den Transport von Sattelaufliegern und Autos konzipiert wurde. Dabei lag der Fokus auf einer möglichst effizienten Nutzung des Laderaums sowie auf einem stromlinienförmigen, gewichtsoptimierten Design zur Reduzierung des Treibstoffverbrauchs.
„Die Aufgabe besteht darin, ein möglichst effizientes und wettbewerbsfähiges Schiff für eine bestimmte Frachtkapazität zu entwickeln, das die heute verfügbare Technologie nutzt. Unser Ziel ist es, dass das Schiff den niedrigsten Treibstoffverbrauch auf dem Markt hat“, erklärt Nicolas Bathfield, Projektmanager bei Stena Teknik.
Hybridantrieb und nachhaltige Technologien
Neben dem innovativen Design wird die Stena Futuro mit modernsten Technologien ausgestattet, um ihren ökologischen Fußabdruck weiter zu reduzieren. Dazu gehören ein Hybridantrieb, der sowohl Batterien als auch Treibstoffe mit niedrigem Verbrauch nutzt, sowie ein Batteriesystem, das es ermöglicht, das Schiff in bestimmten Situationen – etwa beim Ein- und Auslaufen in Häfen – rein elektrisch zu betreiben. Zudem sollen Solarzellen einen Teil des Strombedarfs an Bord decken.
Ein weiteres zukunftsweisendes Feature ist ein Luftschmiersystem, das kleine Luftblasen unter der Wasserlinie freisetzt, um die Reibung zwischen Schiff und Wasser zu verringern. Zusätzlich ermöglicht ein Abwärmerückgewinnungssystem, die heißen Abgase der Schiffsmotoren für die Stromerzeugung und die Deckung des Heizbedarfs an Bord zu nutzen.
Segel als zusätzliche Energiequelle
Besonders ist der Einsatz von vier 40 Meter hohen Flügelsegeln, die bei Bedarf eingefahren werden können. Tests und Simulationen, die Stena Line gemeinsam mit dem schwedischen Forschungsinstitut RISE durchgeführt hat, belegen das Potenzial dieser Technologie.
„Die Tests haben gezeigt, dass die Segel der Stena Futuro potenziell bis zu 15 Prozent Treibstoff einsparen können. Wir haben auch bestätigt, dass das Schiff alle Anforderungen an Stabilität und Manövrierfähigkeit in Szenarien wie plötzlichen Windwechseln oder schnellen Kursänderungen erfüllt“, so Nicolas Bathfield, Projektmanager bei Stena Teknik.
Zukunftsweisende Tonnageplanung
Das Konzept der Stena Futuro wird in den kommenden Jahren eine Schlüsselrolle bei der Flottenplanung von Stena Line spielen. Konkrete Pläne zur Produktion gibt es derzeit noch nicht, jedoch unterstreicht die Entwicklung den klaren Kurs des Unternehmens in Richtung nachhaltiger Schifffahrt.
„Wir wollen dazu beitragen, dass unsere Branche bei der Erreichung der globalen Klimaziele führend ist. Daran arbeiten wir jeden Tag in unserem laufenden Betrieb, aber wir müssen auch bei der Entwicklung der Schiffe von morgen eine Vorreiterrolle übernehmen. Das Konzept der Stena Futuro ist ein wichtiger Schritt in diese Richtung“, betont Niclas Mårtensson, CEO von Stena Line.