Je nach Größe eines Container müssen bei der Verladung auf Bahnwaggons verschiedene Pins zur Arretierung (gelb im Bild) aufgestellt werden. | © HHLA/Thies Rätzke
Ziel des Projekts war die Entwicklung eines mobilen Roboters, der das manuelle Umsetzen von Arretierungszapfen (Pins) auf Containertragwagen automatisiert. Die innovative Technologie wurde unter Realbedingungen am HHLA Container Terminal Tollerort (CTT) getestet.
Beim Abschlusstermin am 1. April 2025 präsentierten HHLA und Fraunhofer CML die Ergebnisse des Projekts und demonstrierten den Prototypen in Aktion. Der speziell entwickelte Roboter übernimmt das bislang manuell ausgeführte Umlegen der Pins von Containertragwagen und navigiert eigenständig entlang des Containerzugs. Gesteuert wird das autonome System über einen Leitstand von HHLA Sky, der präzise Koordination und hohe Effizienz gewährleistet.
Effizienzsteigerung durch Automatisierung
Aktuell erfolgt die Bedienung der Pins vor der Beladung von Zügen noch manuell. Sie sind auf den Containertragwagen an unterschiedlichen Positionen installiert und müssen je nach Containergröße geöffnet oder geschlossen werden. Durch das Forschungsprojekt wurde eine wesentliche Grundlage für eine zukünftige Automatisierung gelegt. In einem potenziellen Folgeprojekt könnte die Technologie weiterentwickelt und zur Marktreife gebracht werden, um einen wirtschaftlichen und operativen Einsatz zu ermöglichen.
Pablo Rossio, HHLA-Projektleiter, erklärte: “Dieses Forschungsprojekt hat gezeigt: Die Automatisierung des Pin-Handlings in der Bahnabfertigung ist technisch machbar. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse bilden nun die Grundlage für die weitere Bewertung des operativen Einsatzes. Dank der konzernweiten Vernetzung im Projekt – von unseren Containerterminals über HHLA Sky bis zur Bahntochter Metrans – konnten wir unsere Expertise bündeln, um Terminalprozesse effizienter und sicherer zu gestalten. Im nächsten Schritt wollen wir diese Technologie gezielt weiterentwickeln, um den Einsatz im operativen Betrieb zu ermöglichen.”
Auch Johann Bergmann, Teamleiter Port Technologies, betonte die innovativen Aspekte des Projekts: “Wir freuen uns über den erfolgreichen Abschluss des gemeinsamen Projekts: Der Roboter erhält Missionsdaten aus einem Leitstand, navigiert selbstständig entlang des Zugs und bewegt die zuvor erkannten Pins mithilfe eines magnetischen Greifers. Die Systemkomponenten wurden zunächst simuliert und anschließend an einem Demonstrator im Labor getestet. Besonders hervorzuheben ist das Zusammenspiel aus standardisierter Hardware und einer Robot Operating System (ROS)-basierten Softwarearchitektur, die gezielt auf die Anforderungen dieses speziellen Prozesses abgestimmt wurden.”
Zusammenarbeit für die Zukunft der Bahnlogistik
Die HHLA übernahm die Koordination des Projekts und brachte ihre Tochterunternehmen HHLA Container Terminal Tollerort, HHLA Sky, Hamburg Port Consulting (HPC) und Metrans in die Entwicklung ein. Das Fraunhofer CML verantwortete die Konzeption und Entwicklung des mobilen Robotik-Systems, von der Auswahl geeigneter Hardware-Komponenten bis zur Systemintegration und Erprobung.
Das Projekt wurde im Rahmen des Förderprogramms für Innovative Hafentechnologien (IHATEC) durch das Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV) gefördert. Ziel ist es, innovative Hafentechnologien und automatisierte Systeme voranzutreiben, um die Effizienz und Nachhaltigkeit in der Logistik weiter zu steigern.